Bündnis 90/Die Grünen

Die Artikel in dieser Kategorie haben einen direkten Bezug zur Partei Bündnis 90/Die Grünen. Ich behandle darin beispielhaft mit hohem Praxisbezug Themen der Organisations- und Parteientwicklung.  Die Artikel sollen Freiwillige inspirieren und Entwicklung ermöglichen

Aufgaben des Vorstands: Formalia

Aufgaben des Vorstands: Formalia In meinem Beitrag Aufgaben des Vorstands: Die Arbeitsfelder wurde die Bedeutung der Satzung und des Parteiengesetzes für die Strukturierung einer Partei hervorgehoben. Dieser Artikel widmet sich den fundamentalen Regeln und Strukturen, die für Parteien unabdingbar sind, um den formalen Anforderungen zur Teilnahme an Wahlen zu genügen. Neben den Vorschriften in der Satzung, die als Orientierungsrahmen und Handlungs-Guideline fungieren, betrachten wir im Folgenden die übergeordneten Themenbereiche, die strukturelle Relevanz besitzen und konkreten Nutzen stiften. Die vier Grundpfeiler formaler Aufgaben des Vorstands 1. Sitzungen Sitzungen sind das Herzstück politischer Parteien. Von Mitgliederversammlungen über Vorstandssitzungen bis hin zu Fachgremien und Projektgruppen – Sitzungen sind der organisatorische Pulsschlag von Parteien. Während einige Sitzungen verpflichtend sind, bieten andere Raum für kreative Gestaltung. Die Einhaltung formaler Vorschriften ist hier entscheidend. 2. Statute, Leitlinien und Ordnungen Leitlinien, Statute und Ordnungen sind essenzielle Instrumente, die die Identität einer Organisation bewahren und ihre gelebte Praxis ordnen. Im Rahmen von Beteiligungsprozessen entwickelt und durch Versammlungen beschlossen, bilden sie die Basis des täglichen Handelns. Die Einhaltung dieser Regelwerke zu sichern und bei Bedarf Anpassungen vorzunehmen ist von zentraler Bedeutung. 3. Finanzierung Die Finanzierung der Parteien stützt sich auf staatliche Mittel, Mitgliedsbeiträge, Spenden und andere Einnahmequellen. Buchhalterische Vorgaben und gesetzliche Bestimmungen sind hierbei strikt zu beachten. Finanzielle Kontrolle, strukturierte Budgetierung und gezieltes Sparen bilden die Steuerungselemente eines jeden Kreisverbandes. 4. Verwaltung Mit wachsender Größe eines Orts- oder Kreisverbandes steigt auch der Verwaltungsaufwand. Mitgliederverwaltung, Buchführung und Dokumentationspflichten erfordern eine präzise Koordination und Prozessplanung, um effizient zu arbeiten. Diese vier Grundpfeiler bilden einen Wissensfundus für frischgebackene Vorstandsmitglieder. Weitere spezifische Regeln und Aufgaben erschließen sich aus der Satzung und sollten individuell geprüft werden. Das Potenzial des Aufgabenbereichs Formalia Obwohl der Bereich Formalia auf den ersten Blick trocken erscheinen mag, ist seine rechtliche und strukturelle Bedeutung immens. Verfahrensregeln sind entscheidende Werkzeuge für die Leitung von Sitzungen und die politische Willensbildung. Ressourcen, die durch Haushaltsplanung bereitgestellt werden, sind essenziell für die kontinuierliche Professionalisierung und den Erfolg der Partei. Umsetzung und Effizienz Die praktische Umsetzung formaler Aufgaben hängt maßgeblich von der Größe und Struktur des Kreisverbandes ab. Während in kleinen Verbänden Aufgaben oft nebenbei erledigt werden, erfordern sie in größeren Verbänden erheblichen personellen Einsatz. Die strategische Dimension dieser Tätigkeiten ist nicht zu unterschätzen. Entlastung durch Geschäftsführende Um den ehrenamtlichen Vorstand zu entlasten, kann bei wachsender Mitgliederzahl die Anstellung einer geschäftsführenden Person sinnvoll sein. Diese übernimmt die Alltagsgeschäfte, sodass sich der Vorstand verstärkt auf strategische Aufgaben konzentrieren kann. Weitere Informationen hierzu finden sich im Artikel „Die Rolle der Geschäftführenden“. Mehr zum Thema Formalia Neben dem Bereich der Formalia wird das Thema auch im Kontext der Rollenprofile und Rahmenbedingungen betrachtet. Für weiterführende Beratung zum Thema Nachhaltigkeit und Aufgabenbeschreibung stehe ich gerne zur Verfügung. Ich freue mich auf eure Anfrage! Kontakt Alle Artikel aus der Perspektive „Aufgaben“ Vorstandsarbeit Aufgabe des Vorstands: politische Willensbildung Aufgaben des Vorstands: Freiwilligenmanagement Aufgaben des Vorstands: Formalia Aufgaben des Vorstands: Öffentlichkeitsarbeit   Aufgaben des Vorstands: Die Arbeitsfelder im Überblick   Mitgliedereinbindung & Freiwilligenmanagement Klausurtagung des Kreisvorstandes Artikelserien

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Kampagnenentwicklung

Kampagnenentwicklung In diesem Artikel beleuchte ich die Bedeutung der Kampagnenentwicklung im Wahlkampf und zeige auf, warum eine durchdachte Planung und die präzise Umsetzung essenziell für den Erfolg politischer Kampagnen sind. Entlang von sechs zentralen Einflussfaktoren und mit Blick auf drei zentrale Hürden gebe ich Impulse für die Entwicklung von Kampagnen.  Die Bedeutung von Kampagnenentwicklung im Wahlkampf Im Wahlkampf wird der Kampagne häufig eine große Bedeutung beigemessen, obwohl ihre Möglichkeiten oft überschätzt und unterschätzt werden. Eine Kampagne ist im Wesentlichen die Zusammenstellung und Harmonisierung verschiedener Marketingstrategien zur Mobilisierung von Wählern. Bei der Entwicklung solcher Kampagnen sind sechs zentrale Faktoren entscheidend, die bei der Auswahl der richtigen Marketingtechniken berücksichtigt werden sollten. 6 Faktoren in der Kampagnenentwicklung 1. Prozessgestaltung Die Gestaltung des Prozesses ist von erheblicher Sensibilität geprägt, da sie sowohl fördernde als auch bremsende Wirkungen haben kann. Beteiligung kann die Ressourcenlage deutlich verändern, birgt aber auch das Risiko, dass gute Kampagnen durch zu viele Kompromisse verwässert werden. Schulungen zur Kampagnenarbeit können helfen, dieser Ambivalenz zu begegnen. 2. Ressourcen Häufig wird der Fokus bei Kampagnen rein auf finanzielle Aspekte wie bspw. die Anzahl der Plakate und Postings gelegt. Dabei wird übersehen, dass auch Engagementstunden von Freiwilligen einen erheblichen Beitrag leisten. Deshalb ist es wichtig, bei der Planung neben der Budgetierung auch das freiwillige Engagement als feste Größe einzuplanen. 3. Zielgruppen Die Definition von Zielgruppen stellt einen Balanceakt zwischen Präzision und Generalisierung dar. Eine sorgfältige und mehrdimensionale Reflexion ist notwendig, um gute Zielgruppendefinitionen zu finden. Dieser Prozess führt oft zu einer zunehmenden Detaillierung und legt die Notwendigkeit unterschiedlicher Kampagnenansätze offen, während das Budget diesen Ansprüchen nicht immer gerecht wird. 4. Themen und Botschaften Themen und Botschaften vermitteln Haltungen und Standpunkte und prägen die Art der Kommunikation. Um klare und verständliche Botschaften zu formulieren, ist die Anwendung der Sender-Empfänger-Logik erforderlich. Das Thema kann nicht losgelöst von der Zielgruppe betrachtet werden. Dennoch stellt es eine Herausforderung dar, Themen und Botschaften so auszuwählen, dass die Kampagne ihren eindeutigen Fokus behält. 5. Emotion Emotionen besitzen eine immense Mobilisierungskraft und sind ein wesentlicher Faktor bei Kampagnen. Obwohl sie starke Kräfte bündeln können, entziehen sie sich teilweise der Kontrolle und können Wechselwirkungen erzeugen. 6. Pragmatismus Wahlkampfkampagnen müssen nicht nur medial, sondern auch von Freiwilligen vor Ort umgesetzt werden. Ihr Wert bemisst sich am praktischen Nutzen für diese Freiwilligen. Es stellt sich die Frage, wie flexibel die Kampagne ist, welche Lösungen sie für konkrete Herausforderungen bietet und wie hoch die Identifikation der Freiwilligen mit der Kampagne ist. 3 Herausforderungen bei der Kampagnenentwicklung 1. Vermischung angrenzender Prozesse Die Vermischung des politischen Willensbildungsprozesses mit der Kampagnenentwicklung für den Wahlkampf ist natürlich – dennoch sind mentale Trennungslinien hilfreich. Im Wahlprogramm wird der politische Wille definiert, während die Kampagnenentwicklung Schwerpunkte für eine klare Kommunikation setzt. Passieren beide Prozesse gleichzeitig, sind Interessenskonflikte vorprogrammiert: Kampagnenmacher streben Fokussierung an, während politische Interessenvertreter ihre Ansichten betonen wollen. 2. Budget und Wirkungsverständnis Um die Wirkung einer Kampagne richtig einschätzen zu können, müssen Ressourcen analysiert werden. Die Frage, wie viel Geld für die Entwicklung und den Roll-out verfügbar ist, ist entscheidend. Besonders bei politischen Kampagnen, die von Freiwilligen getragen werden, darf der menschliche Faktor nicht übersehen werden, denn Wahlforschungen belegen, dass Direktmarketingtechniken effektiv sind. Die Herausforderung besteht darin, ein optimales Verhältnis zwischen Budget und Engagementstunden zu schaffen, wobei die Wirksamkeit der jeweiligen Marketingtechniken berücksichtigt werden muss. 3. Zielgruppen und Anwendung Die Definition der Zielgruppe eröffnet vielfältige Möglichkeiten. Der Energieaufwand für die Analyse von Metadaten und Testentwürfen sollte im Verhältnis zu den verfügbaren Roll-out-Ressourcen stehen. Eine Kampagne mit binnendifferenzierten Motivplakaten kann positiv auf die Ressourcen einwirken. Dabei darf jedoch nicht übersehen werden, dass ein zu kleines Roll-out-Budget die Wirkung solcher Detailarbeit verpuffen lässt. Hier ist ganzheitliches Denken gefordert, um die relevanten Hebel der Kampagne nicht aus den Augen zu verlieren. Begleitung, Beratung und Unterstützung Die Entwicklung einer erfolgreichen Wahlkampagne erfordert eine sorgfältige Balance zwischen mehreren Faktoren, die oft sowohl überschätzt als auch unterschätzt werden. Zu den zentralen Aspekten gehören die Prozessgestaltung, die kluge Einteilung von Ressourcen, eine präzise Zielgruppendefinition, die Formulierung klarer Botschaften sowie der Umgang mit Emotionen und Pragmatismus. Dabei geht es darum, verschiedene Marketingtechniken harmonisch zu vereinen und die Kampagne sowohl effektiv als auch effizient zu gestalten. Falls ihr Unterstützung oder Beratung bei der Entwicklung oder Optimierung eurer Kampagne benötigt, lade ich euch herzlich ein, Kontakt mit mir aufzunehmen.  Kontakt Alle Artikel aus der Perspektive „Kampagnenentwicklung“ Wahlkampf Kampagnenentwicklung Nachhaltiger Wahlkampf statt flüchtiges Feuerwerk Wahlkampfstand für Freiwillige Weitere Artikel Ende des Archivs Artikelserien

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Wege und Möglichkeiten der Vorstandsarbeit

Wege und Möglichkeiten der Vorstandsarbeit Die politische Vorstandsarbeit wird von drei wesentlichen Faktoren beeinflusst, die jedes ehrenamtliche Engagement begleiten: Rahmenbedingungen, zeitliche Dimension und Dynamik. Wie Vorstandsmitglieder darauf Einfluss nehmen und damit ihr Arbeiten und Wirken positiv steuern können, erläutere ich in diesem Artikel. Veränderung als Konstante Politische Vorstandsarbeit ist ein Engagement auf Zeit. Mit jeder Neuwahl gibt es zwangsweise kleine oder größere Veränderungen. Die Frage ist deshalb, geschehen die Veränderungen „by design or by disaster“?  Anders ausgedrückt: An welchen Stellen können wir Veränderung beeinflussen und welche Faktoren müssen wir bei geplanten Veränderungen berücksichtigen? In meinen Artikeln über „Wege und Möglichkeiten der politischen Vorstandsarbeit“ gehe ich auf diese Schnittstellen und Faktoren ein. Neben klaren Aufgaben und profilscharfen Rollen im Team sind sichtbare Lösungen der dritte Schlüssel für eine erfolgreiche Vorstandsarbeit. Drei Faktoren der Veränderung Es gibt drei Faktoren, die einen wesentlichen Einfluss auf die Arbeit des Kreisverbandes haben. Den ersten könnt ihr beeinflussen, dem zweiten müsst ihr euch unterordnen und den dritten könnt ihr aktiv für euch euch nutzen. 1. Die Rahmenbedingungen Zum Artikel über Rahmenbedingungen Rahmenbedingungen sind eine Komponente der Veränderung, die ihr bewusst beeinflussen könnt – sowohl im Positiven als auch im Negativen. Ihr könnt großartige Möglichkeiten bieten oder diese strukturell verhindern. Dabei geht es nicht allein um Räumlichkeiten, Ausstattung und Budgets, sondern auch um Softskills wie eine Kultur der Wertschätzung und Anerkennung oder eine gelebte Willkommenskultur. Es geht um ein Selbstverständnis als attraktives Netzwerk und einen sozialen Raum mit Wachstums- und Weiterbildungsperspektiven. 2. Die zeitliche Dimension Vorstandsarbeit ist ein temporäres Ehrenamt, deshalb spielt naturgemäß die zeitliche Dimension eine erhebliche Rolle, auf die nur begrenzt Einfluss genommen werden kann. Wann geschieht was? Was ist schon heute absehbar und was sollte bis zum Ende der Amtszeit bedacht und verändert werden?  Der Überblick und die Vorausschau auf zeitliche Abläufe helfen dabei, das Wichtige und Richtige im passenden Moment zu tun. Es kann also helfen, die eigene Amtszeit in Phasen zu denken und die Phasenverschiebung von Bundes-, Landes- und Kreispolitik zu berücksichtigen. 3. Die Dynamik Der dritte Faktor ist der stürmischste. Bricht in eurem Kreisverband gerade etwas los? Oder ist etwas ins Stocken geraten? Herrscht Aufbruchstimmung oder dumpfe Trägheit? Wieviel Energie steckt in eurem System? Der Begriff der Dynamik kennzeichnet die Veränderungsenergie, also das Bestreben danach, sich zu verändern. Leider sind Dynamiken oft schwer einzuschätzen. Manche sind erwartbar, andere wiederum kaum zu kalkulieren. Teils versuchen wir sie mit eigener Energie anzuschieben, teils werden wir von ihnen überrollt. Entsprechend können wir Dynamiken nutzen, verstärken oder ausbremsen. Für die Vorstandsarbeit ist es hilfreich, ideale und problematische Dynamiken zu kennen und ihnen entsprechend zu begegnen. Wege und Möglichkeiten in der Umsetzung Leider sind die drei Faktoren und ihre Unterthemen kein simples Rezept, um eine positive Veränderung anzustoßen. Vielmehr muss die Situation vor Ort im Detail betrachtet und daraufhin eingeschätzt werden, in welchen zeitlichen Abschnitten sich Dynamiken entfalten oder entwickeln lassen.    Ich hoffe, mit diesem Artikel eine erste Hilfestellung bieten zu können, um Situationen und Abläufe vor Ort besser verstehen und ein Handeln gezielt abstimmen zu können. Gerne stehe ich euch mit meiner Expertise beratend zur Seite, um einen neutralen Blick von außen zu bieten. Zögert nicht, mich zu kontaktieren. Ich freue mich auf eure Nachricht! Kontakt Alle Artikel aus der Perspektive „Wege und Möglichkeiten “ Vorstandsarbeit Rahmenbedingungen Wege und Möglichkeiten der Vorstandsarbeit Artikelserien

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Rollen im Vorstand

Rollen und Verantwortung im Vorstand In diesem Artikel beschreibe ich das Zusammenspiel von Rollen im Vorstand am Beispiel der Partei Bündnis 90/Die Grünen. Folglich beleuchte ich die Verantwortung eines geschäftsführenden sowie eines erweiterten Vorstands und lege die Notwendigkeit von Rollenklärungsprozessen dar. Eure Verantwortung als Vorstand Als Vorstand tragt ihr die Verantwortung für euren Kreisverband und bildet damit ein Verantwortungsgefüge. Ihr seid ein Team, das gemeinsam Verantwortung trägt. Dabei habt ihr unterschiedliche Rollen inne und seid für verschiedene Bereiche verantwortlich. Genaueres regelt eure Satzung bzw. das Parteiengesetz. Eure Satzung bezieht sich rein auf euren Kreisverband und regelt die Situation bei euch vor Ort. Üblicherweise müsst ihr sie im Laufe der Zeit immer mal wieder euren Bedürfnissen angepassen. Grundsätzlich darf sie allerdings nicht der Satzung des Bundesverbandes und dem Parteiengesetz widersprechen. Individuelle Regelungen für Vereine und Parteien Wenn ich über Rollen im Vorstand schreibe, treffe ich allgemeingültige Aussagen zur Vorstandsarbeit, die sich auch auf die Vorstandsarbeit von Vereinen und Organisationen außerhalb von Parteien anwenden lassen. Individuelle Regelungen in den Satzungen der Kreisverbände können davon jedoch abweichen.  Klassische Rollen im Vorstand Ihr seid für spezifische Ämter in den Vorstand gewählt worden. Die klassischen Rollen sind: 1. Vorsitzende (auch als Sprecher:innen bezeichnet) 2. Schatzmeister:in (manchmal als Kassierer:in betitelt) 3. Geschäftsführer:in, (ggf. haupt- oder nebenberuflich) 4. Die Beisitzenden 4. Die Beisitzenden– 4.1 Beisitzer:in (unspezifisch)– 4.2 Frauenpolitische Sprecherin– 4.3 Vielfaltspolitische Sprecher:in– 4.4 Vertreter:in der Grünen Jugend– 4.5 Schriftführer:in Der geschäftsführende und der erweiterte Vorstand Diese beiden Rollen können wir in juristische und funktionale Rollen unterteilen: Den juristischen Rollen werden in der Satzung Stimmrechte eingeräumt. Gemeinsam bilden sie den geschäftsführenden Vorstand und schaffen damit eine rechtliche Repräsentanz. Den funktionalen Rollen können wir inhaltliche Aufgaben zuweisen. Sie unterstützen den geschäftsführenden Vorstand und bilden damit den erweiterten Vorstand. Unklare Aufgaben im Vorstand Neben der juristischen ist die inhaltliche Verantwortung der spannendere Teil des Verantwortungsgefüges. Wer ist für welchen Aufgabenbereich verantwortlich? Wer kümmert sich um welches Ressort? Bei einem genaueren Blick in eure Satzung werdet ihr vermutlich feststellen, dass die Verantwortungsbereiche weitgehend unspezifisch beschrieben sind. Zum Beispiel deutet der Titel Sprecher:in auf eine öffentlich repräsentative Rolle hin, während der Titel Vorsitzende:r eher leitender oder führender Natur ist. Zwar ist klar, dass es sich um eine repräsentative Führungsrolle handelt, die inhaltliche Ausprägung ist jedoch nicht näher definiert. Der Prozess der Rollenklärung Manche Aufgaben ergeben sich aus dem Titel einer Rolle, andere müssen übernommen oder zugeordnet werden. Dabei ist es wichtig zu beachten, wie die Kompetenzen vor Ort gelagert sind. Im Hinblick auf die Aufgaben des Vorstandes gibt es bei der Verteilung von Verantwortlichkeiten einiges zu klären. Es gibt nicht den einen, immer wieder anwendbaren Zuschnitt für eine Rolle, sondern tendenzielle Richtungen, die individuell festgelegt werden müssen. Bei eurer Rollenklärung solltet ihr auf die Situation vor Ort eingehen. Entscheidet anhand der Fähigkeiten und Interessen der Vorstandsmitglieder und findet so das perfekte Match für die Aufgabenverteilung. In den oben genannten Rollenprofilen versuche ich einen Rollenzuschnitt zu beschreiben, der mir anhand meiner Praxiserfahrung als Organisationsentwickler als sinnvoll erscheint. Es ist eine Hilfestellung und Gedankenstütze für euren individuellen Prozess. Rollenbeschreibung zu den Aufgabenfelder​ Zusätzlich zu den strukturellen Rollen im Vorstand habe ich spezifische Rollenprofile für die Bereiche Öffentlichkeitsarbeit, Freiwilligenmanagement, Formalia und politische Willensbildung erstellt. Diese Profile sind flexibel und dienen lediglich als Referenzpunkte bei der Klärung individueller Aufgaben. Eure Situation, mein Angebot Für diese Prozesse habe ich den Workshop Spezial Rollen und Aufgabenklärung für Vorstände im Portfolio, in dem wir gemeinsam auf eure Situation vor Ort schauen. Alternativ können wir im Rahmen eines Coachings individuell arbeiten. Schreib mich gerne an und wir besprechen, was für euch am besten passt. Ich freue mich auf eure Nachricht! Kontakt FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Rollen und Verantwortung im Vorstand Was ist die Hauptverantwortung eines Vorstands? Der Vorstand trägt die Gesamtverantwortung für den Kreisverband oder Verein. Er bildet ein Team, das gemeinsam Entscheidungen trifft und die rechtliche sowie inhaltliche Leitung übernimmt. Grundlage dafür sind die jeweilige Satzung und das Parteiengesetz. Welche Rollen gibt es typischerweise im Vorstand? Klassische Rollen im Vorstand sind: Vorsitzende oder Sprecher:innen – repräsentative und leitende Funktion Schatzmeister:in – verantwortlich für Finanzen und Haushaltsführung Geschäftsführer:in – organisatorische und operative Leitung (häufig angestellt) Beisitzende – übernehmen thematische oder unterstützende Aufgaben, z. B.: Frauenpolitische Sprecherin Vielfaltspolitische Sprecher:in Vertreter:in der Grünen Jugend Schriftführer:in Was ist der Unterschied zwischen geschäftsführendem und erweitertem Vorstand? Geschäftsführender Vorstand: Umfasst die juristisch verantwortlichen Mitglieder mit Stimmrecht laut Satzung. Er vertritt den Verband rechtlich nach außen. Erweiterter Vorstand: Besteht aus weiteren Mitgliedern mit inhaltlichen Aufgaben. Er unterstützt den geschäftsführenden Vorstand und stärkt die inhaltliche Arbeit. Warum sind Rollenklärungsprozesse im Vorstand wichtig? Rollenklärungsprozesse helfen, Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten eindeutig festzulegen. Da Satzungen oft nur allgemeine Vorgaben enthalten, müssen Aufgaben individuell verteilt werden – basierend auf den Kompetenzen, Interessen und Kapazitäten der Mitglieder. Alle Artikel aus der Perspektive „Rollen und Funktionen“ Vorstandsarbeit Rollen des Vorstands: Beisitzer:in Rollen des Vorstands: Schatzmeister:in Rollen im Social-Media-Team Rollen im Aufgabenbereich Formalia Rollen im Vorstand Rollen in der politischen Willensbildung Rollen in der Öffentlichkeitsarbeit Rollen im Freiwilligenmanagement Artikelserien

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Rollen in der politischen Willensbildung

Rollen in der politischen Willensbildung In der vielschichtigen Landschaft der politischen Willensbildung sind die Rollen und Funktionen so zahlreich wie vielfältig. Jede dieser Rollen trägt ein spezifisches Verantwortungsprofil, das sich aus der Vielseitigkeit der „Aufgaben der politischen Willensbildung“ ergibt. Im Folgenden möchte ich fünf typische Rollen näher beleuchten und voneinander abgrenzen: Projektleiter:in, Veranstaltungsmanager:in, Moderator:in, Fachreferent:in und Archivar:in. Im Unterschied zu den eher strukturell definierten Rollen im Kreisvorstand, der Öffentlichkeitsarbeit oder im Freiwilligenmanagement sind die Rollen in der politischen Willensbildung stärker kontextgebunden. Sie werden je nach Bedarf übernommen und auch wieder abgegeben. Projektleiter:in Die Aufgabe des Projektleiters oder der Projektleiterin besteht darin, Projekte und Initiativen zu entwerfen, zu organisieren und deren Umsetzung zu leiten. Als Projektleiter:in trägst du die Hauptverantwortung für den Fortschritt der Prozesse. Du koordinierst die beteiligten Akteur:innen, sorgst für die Einhaltung der Zeitpläne und managst ggf. das Budget. Besonders in kleineren Kreis- und Ortsverbänden kann die Projektleitung auch als innovative:r Impulsgeber:in bei der Konzeption und Entwicklung mitwirken. Eigentlich ist diese Aufgabe aber stärker in der Rolle der Veranstaltungsmanager:in verortet. Veranstaltungsmanager:in Der Veranstaltungsmanager oder die Veranstaltungsmanagerin übernimmt die Planung, Organisation und Durchführung von Events. Diese Rolle umfasst die Koordination der Abläufe, das Management der Logistik, die Versendung von Einladungen und die Sicherstellung eines reibungslosen Veranstaltungsablaufs. Veranstaltungsmanager sind maßgeblich für die konkrete Ausgestaltung sowie das Konzept der Veranstaltung zuständig. Bei ihm oder ihr laufen alle Fäden einer Veranstaltung zusammen.  Moderator:in Der Moderator oder die Moderatorin führt durch Veranstaltungen, indem er oder sie Diskussionen, Debatten und Meetings strukturiert leitet. Diese Rolle zielt darauf ab, einen respektvollen und konstruktiven Ideenaustausch zu fördern, die Partizipation aller Beteiligten zu unterstützen sowie zu klaren Entscheidungen und Lösungen zu führen. Moderatoren gestalten in der Regel auch die konkrete Agenda und beeinflussen durch angewandte Methoden und Abfolgen der Themen die Dynamik der Veranstaltung erheblich. Für diese Rolle ist eine Distanz zu den inhaltlichen Prozessen wichtig, da die Moderator:in aus der Perspektive der Allparteilichkeit moderiert.  Fachreferent:in Der Fachreferent oder die Fachreferentin bringt Expertenwissen in einem spezifischen Themenfeld ein und ist damit wertvolle:r Impulsgeber:in für die Entwicklung von Positionen, Analysen und Empfehlungen. Je nach Art der Veranstaltung fungiert die Fachreferent:in als inhaltliche:r Berater:in, Bildungsreferent:in oder inspirierende:r Impulsgeber:in. Außerdem unterstützt er oder sie die Partei qualitativ bei der Ausarbeitung von Entwürfen und Programmatik. Innerhalb von Veranstaltungen nehmen Fachreferenten in der Regel eine Gastrolle ein. Archivar:in Die Rolle des Archivars oder der Archivarin beinhaltet die Organisation, Sammlung und Archivierung von wichtigen Dokumenten, Informationen und Daten der Partei. Obwohl ihre Arbeit oft im Hintergrund bleibt, sind Archivare essenziell für die Schaffung eines funktionierenden Ablage- und Zugriffssystems. Sie sorgen für eine geordnete und sichere Aufbewahrung von Unterlagen, Protokollen und Entscheidungen. Zudem können sie beratend im Rahmen von Programm- und Entscheidungsprozessen wirken, indem sie aus der Historie oder dem „State of the Art“ heraus Leitlinien zur Umsetzung empfehlen. Ein schlechtes Dokumentenmanagement ist in der Regel ein Zeichen für ein fehlendes Bewusstsein für diese Rolle.  Die Situation vor Ort Rollenklarheit ist in der Organisationsentwicklung ein wiederkehrendes Thema – besonders in der politischen Willensbildung. In der Praxis werden Rollen selten klar getrennt. Häufig überlagern und vermischen sich Verantwortlichkeiten, Akteur:innen wechseln oft zwischen Rollen und kämpfen mit konsequenter Rollenführung. Gründe dafür sind individuelle politische oder soziale Interessen. Ich biete Rollenklärungsprozesse in Klausurtagungen oder Workshops an. Bei Interesse oder Fragen könnt ihr mir gerne schreiben. In meinen Artikeln über die Rollen in der Öffentlichkeitsarbeit, Freiwilligenmanagement, im Kreisvorstand und bei der Formalia hoffe ich, Klarheit zu schaffen (direkte Verlinkungen siehe unten). Kontakt Alle Artikel aus der Perspektive „Rollen und Funktionen“ Vorstandsarbeit Rollen im Aufgabenbereich Formalia Rollen im Vorstand Rollen in der politischen Willensbildung Rollen in der Öffentlichkeitsarbeit Rollen im Freiwilligenmanagement Artikelserien

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Rollen in der Öffentlichkeitsarbeit

Rollen und Verantwortung in der Öffentlichkeitsarbeit Wer gute Öffentlichkeitsarbeit machen möchte, braucht Menschen mit verschiedenen Fähigkeiten. In diesem Artikel skizziere ich fünf Rollen und ihre Verantwortung im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Ich orientiere mich dabei am Beispiel einer Partei. Prinzipiell sind sie jedoch auch auf Organisationen, Vereine und Verbände anwendbar.  Leitung Öffentlichkeitsarbeit Die leitende Person der Öffentlichkeitsarbeit schafft Räume zum Austausch innerhalb ihres Teams sowie zur Vernetzung mit anderen, um positive Synergieeffekte zu ermöglichen. Sie arbeitet nicht redaktionell, sondern hat den Überblick und trägt Verantwortung für die bestmögliche Ausschöpfung der einzelnen Aufgabenbereiche. Denn mit den einzelnen Disziplinen der Kommunikation kann zwar einiges erreicht werden – wirkliche Kraft entwickeln sie erst im strategisch abgestimmten Zusammenspiel.  Pressereferent:in Diese Rolle hat sowohl eine kreative als auch eine koordinierende bzw. organisierende Natur. Die oder der Pressereferent:in verfasst und lektoriert Pressmitteilungen, pflegt den Kontakt zur lokalen Presse und behält den Überblick über das allgemeine Medienecho. Außerdem plant und realisiert er oder sie Pressetermine. Dieser Aufgabenbereich wird auch mit dem Titel „Pressesprecher:in“ belegt. Ich bevorzuge den Titel „Pressereferent:in“, um eine inhaltliche und funktionale Überschneidung mit den Aufgaben der Sprecherin und des Sprechers eines Kreisverbandes zu vermeiden. Pressereferenten haben nur in Ausnahmefällen eine repräsentative Aufgabe. Teamleiter:in Social Media Die Leitung des Social-Media-Teams verantwortet die Rollen Content Creation (Inhalte erstellen), Content Management (Inhalte verwalten) sowie Community Management (Interaktion mit Followern und Antagonisten).   Sie koordiniert die Zusammenarbeit aller Beteiligten und verantwortet das Tagesgeschäft, entwickelt Empfehlungen zur strategischen Ausrichtung und steht in engem Kontakt mit dem Kreisvorstand. Im Gegensatz dazu sind die Rollenprofile der Teamrollen kreativ schöpferische (Content Creation), kommunikative (Community Management) und betreuend organisierende (Content Management). Zum Artikel „Rollen im Social-Media-Team“ Netzwerkreferent:in Die oder der Netzwerkreferent:in hat eine aufbauende und koordinierende sowie eine betreuende und dokumentierende Rolle inne. Sie oder er systematisiert und dokumentiert Termine, hilft dabei, neue Netzwerke zu erschließen und sorgt dafür, dass Kontakte langfristig über die zyklischen Personalwechsel hinaus bestehen bleiben. Alle Tätigkeiten verfolgen das Ziel, Strukturen zu schaffen und zu pflegen. In der Politik gibt es zwar Schnittmengen mit der Rolle „Lobbyist:in“, Netzwerkreferent:innen verfolgen jedoch keine inhaltlichen Positionen. Teamleitung „Kampagne und Aktion“ Das Team „Kampagne und Aktion“ gibt es – abgesehen von den vorherig genannten – nur in der politischen Arbeit. Die Teamleitung hat sowohl eine unterstützende und koordinierende als auch eine motivierende Rolle.   Sie bringt Menschen zusammen und hilft ihnen, sich zu engagieren. Sie hat die Kampagnen im Blick und ermöglicht die Teilhabe daran. Je nach Größe des Kreisverbandes und der Personaldecke initiiert sie auch die Entwicklung eigener Kampagnen. Die Teams können je nach Größe in ihrer Art und Struktur stark variieren. In kleinen Kreisverbänden kann es eine dynamische Gruppe von Menschen sein, die Lust hat, sich zu engagieren. In größeren kann es ein Team aus Repräsentant:innen der Stadtteil- oder Ortsgruppen sein. Die Teamleitung „Kampagne und Aktion“ arbeitet in enger Abstimmung mit der Mitgliederbetreuer:in und hält Kontakt mit der Projektleitung „politische Willensbildung“. Die Situation vor Ort Streng genommen bilden diese fünf Rollen in der Öffentlichkeitsarbeit ein eigenes Team, deren Klärung der Rollen und Aufgaben zielführend wäre. In der Praxis mache ich jedoch immer wieder die Erfahrung, dass Kreisverbände eine Crossover-Beratung zum Thema suchen, da es kein eigenes Team gibt, sondern Teile des Vorstandes oder engagierte Freiwillige die Aufgaben übernehmen. Für diesen Fall habe ich meinen Workshop „integrierte Öffentlichkeitsarbeit“ entwickelt, in dem ein fachlicher Überblick gewonnen und entlang der gegebenen Ressourcen und Kapazitäten praxistaugliche Rollen definiert werden. Schaut gerne in den Link und sprecht mich an. Kontakt FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Thema Rollen und Verantwortung in der Öffentlichkeitsarbeit Was versteht man unter Öffentlichkeitsarbeit? Öffentlichkeitsarbeit (PR) umfasst alle strategischen Kommunikationsmaßnahmen, mit denen eine Organisation, Partei oder ein Verein ihr öffentliches Bild gestaltet, Vertrauen aufbaut und Beziehungen zu Medien, Mitgliedern und der Öffentlichkeit pflegt. Welche zentralen Rollen gibt es in der Öffentlichkeitsarbeit? Der Artikel beschreibt fünf wesentliche Rollen: Leitung Öffentlichkeitsarbeit Pressereferent:in Teamleitung Social Media Netzwerkreferent:in Teamleitung „Kampagne und Aktion“ Diese Rollen können je nach Größe und Struktur einer Organisation angepasst oder kombiniert werden. Wie unterscheiden sich die Rollen in kleinen und großen Organisationen? In kleinen Verbänden übernehmen oft Vorstandsmitglieder oder Freiwillige mehrere Aufgaben gleichzeitig. In größeren Strukturen sind die Rollen klarer verteilt, mit spezialisierten Teams für Presse, Social Media, Netzwerke und Kampagnen. Welche Aufgaben hat die Leitung der Öffentlichkeitsarbeit? Die Leitung der Öffentlichkeitsarbeit trägt die Gesamtverantwortung für Strategie, Abstimmung und Synergien zwischen den Kommunikationsdisziplinen. Sie arbeitet nicht redaktionell, sondern sorgt für Koordination, Austausch und die strategische Ausrichtung des Teams. Was sind die Aufgaben eines:einer Netzwerkreferent:in? Netzwerkreferent:innen strukturieren, dokumentieren und pflegen Kontakte. Sie erschließen neue Netzwerke, sichern Kontinuität über Personalwechsel hinweg und schaffen stabile Kommunikationsstrukturen – ohne inhaltliche Lobbyarbeit zu betreiben. Alle Artikel aus der Perspektive „Rollen und Funktionen“ Vorstandsarbeit Rollen im Social-Media-Team Rollen im Aufgabenbereich Formalia Rollen im Vorstand Rollen in der politischen Willensbildung Rollen in der Öffentlichkeitsarbeit Rollen im Freiwilligenmanagement Artikelserien

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Aufgaben des Vorstands: Öffentlichkeitsarbeit  

Aufgaben des Vorstands: Öffentlichkeitsarbeit Öffentlichkeitsarbeit ist mehr als PR. In diesem Beitrag unterteile ich das Aufgabenfeld in seine Teilbereiche und skizziere dazugehörige Aufgabenpakete. Ich behandle das strukturelle Dilemma sowie die Herausforderungen dieser wichtigen Aufgabe des Vorstands, um schlussendlich Tipps für eine erfolgreiche Umsetzung zu geben. Öffentlichkeitsarbeit – ein schillernder Oberbegriff Öffentlichkeitsarbeit beschreibt eine Vielzahl von kommunikativen Handlungen und ist damit ein weites Feld. Es gibt nicht „die Öffentlichkeitsarbeit“, sondern verschiedene Medien, unterschiedliche Zielgruppen und im besten Fall auch eine Strategie. Herausforderungen und Chancen der politischen Medienarbeit Herausfordernd ist nicht nur, den Überblick über all die Medien und Zielgruppen zu behalten, sondern vor allem ihre qualitative und quantitative Bewertung. Die Einschätzung eines Wirkungsgrades ist oftmals schwierig. Das Bauchgefühl trügt! Um so wichtiger ist eine intensive Auseinandersetzung mit der Materie und der Aufbau von Wissen und Kompetenzen in diesem Bereich. Wie im Einleitungsartikel der Serie „Der Vorstand“ dargelegt, sind die satzungsgemäß gewählten „Sprecher:innen“ die Hauptverantwortlichen für die Kommunikation des Kreisverbandes. Im Folgenden konzentriere ich mich jedoch zunächst auf die Aufgabenbereiche. Mehr zum Thema Rollen finden sich in den Artikeln Rollen im Vorstand sowie „Leitung Öffentlichkeitsarbeit“ (coming soon). Aufgabenbereiche der Öffentlichkeitsarbeit 1. Strategieentwicklung und -anwendung Das ist der Überbau der kommunikativen Arbeit. Es geht um die Festlegung von Botschaften und Zielen, Zielgruppen und Medien (also die Auswahl der Kanäle, die ihr bespielen solltet): Zum Artikel (coming soon) 2. Medienbeziehung und -nutzung Die Pflege der Beziehung zu Pressevertreter:innen stellt eine elementare Aufgabe der Öffentlichkeitsarbeit dar. Darüber hinaus behandle ich Themen wie praxisorientierte Pressemitteilungen, die Bearbeitung von Presseanfragen sowie die Vorbereitung von Pressekonferenzen: Zum Artikel (coming soon) 3. Social Media Im jüngsten Feld der Öffentlichkeitsarbeit sind neue Tätigkeitsbereiche entstanden: Content Management, Content Creation, zielgruppenspezifisches Storytelling sowie Community Management: zum Artikel „Aufgaben im Social-Media-Team“ 4. Lokale Netzwerke Gerade im Kommunalen kann die Nutzung von lokalen Netzwerken ein effektives Mittel der Öffentlichkeitsarbeit sein. Hier geht es um Netzwerk-Planung, -aufbau und -nutzung: Zum Artikel (coming soon) 5. Kampagne und Aktion Öffentlichkeitsarbeit bedeutet auch, die Mitglieder als Multiplikator:innen in der Öffentlichkeit zu aktivieren. In dem Bereich geht es um Aktionsformen und Selbstorganisation: Zum Artikel (coming soon) zum Artikel „Kampagnen und Aktionen“ Dilemma und Problemstellung der Öffentlichkeitsarbeit Als Mitglied des Vorstands steckt ihr in dem Dilemma, dass die genannten Felder nur im Zusammenspiel funktionieren. Wer Videos für Social Media produziert und nur „50 Herzen“ erntet, hätte die Zeit vermutlich besser an anderer Stelle investiert. Wer sich in strategischen Überlegungen verliert, das Konzept nicht nachhaltig etabliert oder es keinem Realitätscheck unterzieht, hat ebenfalls nichts gewonnen. Hier besteht die Gefahr, dass die Arbeit ins Uferlose wächst. Ressourcen vor Ort prüfen Für eine erfolgreiche Umsetzung ist es wichtig, die Aufgaben im Kontext der Rahmenbedingungen, ihrer Zweckmäßigkeit und Machbarkeit zu betrachten und daraus die richtigen Entscheidungen abzuleiten. Man muss nicht das ganze Feld beackern, um gute Erträge zu ernten. Auch ein einzelner Bereich, der gehegt und gepflegt wird, kann Erfolge bringen. Neben dem in meinen Artikeln beschriebenen Überblick ist es am allerwichtigsten, eure Ressourcen vor Ort einzuschätzen und die Rollen zu besetzen. Manche Social-Media-Teams oder -Beauftragte lassen sich in der Anfangsphase durch ein Coaching begleiten, um fokussiert ins Arbeiten zu kommen. Ich biete hierfür meine professionelle Unterstützung an. Öffentlichkeitsarbeit erfolgreich umsetzen In einem Coaching befassen wir uns unter anderem mit der Kernfrage, wieviel Zeit, Geld und Wissen ihr in diesen elementar wichtigen Aufgabenbereich einbringen könnt, wer im Team über welche Skills verfügt und wem welche Tätigkeiten leicht von der Hand gehen.  Ich würde mich freuen, euch dabei zu begleiten, den Grundstein für eine erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit für euren Kreisverband zu legen! Kontakt aufnehmen Artikelserien

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Nachhaltiger Wahlkampf statt flüchtiges Feuerwerk

Nachhaltiger Wahlkampf statt flüchtiges Feuerwerk Die Bundestagswahl ist vorbei, die Stimmen sind gezählt und die politischen Karten werden neu gemischt. Mit der letzten Wahlkampagne stellt sich die Frage, wie nachhaltig unser Wahlkampf tatsächlich war. Auch wenn in Bezug auf Herstellung und Materialauswahl Fortschritte erzielt wurden, verhallt die Art der Investitionen oft wie ein flüchtiges Feuerwerk. Unsere Wahlkampfmethoden ähneln eher der schnelllebigen Fast Fashion als nachhaltigen Lösungen. Ein materialintensiver Ansatz ohne Perspektive Politische Parteien investieren erhebliche Teile ihres Budgets in Plakatkampagnen und Broschüren, die an Haushalte verteilt werden. Doch oftmals bleibt die tatsächliche Wirksamkeit dieser Maßnahmen fraglich und der dauerhafte Nutzen wird kaum hinterfragt. In den sozialen Medien wird Reichweite durch gekaufte Anzeigen erhöht oder kurzlebige Aushilfsjobs für die Erstellung von Posts geschaffen. Auch hier geht es meist nur um kurzfristige Erfolge ohne nachhaltigen Ansatz. Nachhaltiger Wahlkampf durch kluge Weichenstellung Um einen nachhaltigen Wahlkampf zu organisieren, brauchen wir klare Kriterien und Bereiche, an denen die Nachhaltigkeit gemessen werden kann. Dazu zählen die vier zentralen Aufgabenbereiche der Vorstandsarbeit: Öffentlichkeitsarbeit, Freiwilligenmanagement, politische Willensbildung und Formalia. Wenn der Wahlkampfetat nicht nur die aktuelle Kampagne abdeckt, sondern auch langfristig diese Bereiche stärkt, ist die Weiche in Richtung Nachhaltigkeit gestellt. Individuelle Lösungen Bevor ihr in etwas investiert, lohnt es sich darüber nachzudenken, welchen zusätzlichen Nutzen dieser Einsatz über die Wahl hinaus bringt. Selbst einfache Änderungen können nachhaltig sein, wie zum Beispiel der Kauf mehrerer Beachflags, um Materialien leichter zugänglich zu machen. Doch der wirkliche Mehrwert hängt stark von eurer spezifischen Situation und euren Zielen ab. Wenn ihr Unterstützung benötigt, helfe ich gerne weiter. Schreibt mir einfach eine E-Mail. Wiederkehrende Beispiele für langfristigen Nutzen Im Wahlkampf bleiben oft wichtige Aufgaben unterfinanziert oder werden vernachlässigt. Hier sind einige Bereiche, die auf lange Sicht von Vorteil sein könnten: Kanalentwicklung: Viele Social-Media-Accounts haben zu wenige oder unpassende Follower:innen. Eine gezielte Kanalarbeit kann die effektive Reichweite verbessern. Mitgliederbetreuung: Im Bereich des Freiwilligenmanagements fehlen oft geeignete Kommunikationskanäle und Routinen für den Austausch mit passiven Mitgliedern und Sympathisant:innen. Netzwerkmanagement: Der Aufbau von Beziehungen zu wichtigen Akteur:innen der Zivilgesellschaft wird häufig vernachlässigt oder nicht professionell umgesetzt. Alle drei Beispiele beeinflussen die Qualität des Wahlkampfes positiv und zeigen ihre Wirkung langfristig. Investitionen, wie das Einrichten eines Fünfhunderteurojobs, können helfen, diese Bereiche zu stärken und über die nächste Wahl hinaus Mehrwert schaffen. So führt die Kanalentwicklung zu größerer Reichweite, verbessert die Mitgliederbetreuung das Engagement und Spendenpotenzial, und stärkt das Netzwerkmanagement die Rolle der Partei in der Zivilgesellschaft. Für mehr Infos schreibt mir eine Mail oder folgt den Links zu den weiteren Artikeln. Kontakt Artikelserien

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Rollen im Freiwilligenmanagement

Rollen im Freiwilligenmanagement Im Artikel Rollen im Freiwilligenmanagement unterteile ich Freiwillige in drei Zielgruppen und entwickle entlang der spezifischen Bedürfnisse drei Hauptrollen des Freiwilligenmanagements am Beispiel der Partei Bündnis 90/Die Grünen. Was ist Freiwilligenmanagement? Wie im Artikel „Aufgaben im Freiwilligenmanagement“ erläutert, geht es beim Freiwilligenmanagement darum, mit Menschen zu kommunizieren, sie zu begleiten und für ihr Engagement zu qualifizieren. Die Tätigkeiten können sehr unterschiedlich sein, deshalb orientiere ich mich bei der Rollendefinition an Zielgruppen, der Art ihrer Ansprache sowie der Begleitung, die sie erfordern: Passive Mitglieder und Sympathisant:innen (Rolle „Mitgliederbetreuer:in“) Aktive Mitglieder und gelegentlich Aktive (Rolle „Mitgliederbeauftragte:r“) Amtsträger:innen und interessierte Kandidat:innen (Rolle „Personalentwickler:in“) Die Mitgliederbetreuer:in Die Relevanz passiver Mitglieder und Sympathisant:innen Diese Zielgruppe ist nicht zu unterschätzen. Ihre passive Mitgliedschaft und Sympathiebekundung sind ein wertvoller Beitrag für die Partei und in der Regel ebenso bewusst gewählt wie ein aktives Engagement. Sie können begrenzt „aktiviert“ werden. Es bei allen schaffen zu können, ist ein Märchen. Die Aufgabe: Wenn ihr Freiwilligenmanagement in dieser Zielgruppe betreiben wollt, müsst ihr zunächst von einer bewusst gewählten Passivität ausgehen. Das heißt nicht, dass auch ihr passiv sein müsst. Vielmehr ist es eure Pflicht, diese Mitglieder ausreichend zu informieren und zu betreuen. Es ist eure Aufgabe, ihre stille, aber wohlgesonnene Beziehung zu euch im Blick zu behalten. Vor diesem Hintergrund empfehle ich, die Rolle einer Mitgliederbetreuer:in zu besetzen. Diese Person betreibt aktive Beziehungspflege, holt Feedback ein und hält den Beziehungsstatus aufrecht. Ein angrenzendes Rollenprofil ist die Mitgliederverwalter:in, das ich in diesem Beitrag gesondert betrachte.   Die Mitgliederbeauftragte:r 2. Aktive Mitglieder und gelegentlich Aktive Die Gruppe der (gelegentlich) Aktiven ist ein komplexes soziales Gefüge, das von zahlreichen Faktoren beeinflusst wird. Jede aktive Person bringt ihre persönlichen Beweggründe mit und steckt in einer individuellen Lebenssituation, die ihr Engagement ermöglicht und begrenzt. Der Umfang eines Engagements kann daher stark variieren. Die Aufgabe: Freiwilligenmanagement in dieser Zielgruppe bedeutet, sie als komplexes System zu begreifen, welches nicht komplett ausdefiniert werden kann. Wir können aber wichtige Parameter betrachten und darauf Einfluss nehmen. Dabei spielen drei Hauptfaktoren eine Rolle: Rahmenbedingungen, Weiterbildung und Kultur. Darüber hinaus könnt ihr dafür Sorge tragen, dass in eurem Kreisverband optimale Bedingungen für das Engagement der (gelegentlich) aktiven Mitglieder herrscht. Die Rolle für das Management aktiver Freiwilliger definiere ich als Mitgliederbeauftragte. Ihre Aufgaben sind die Struktur- und Kulturentwicklung, sie hat die Rahmenbedingungen im Blick und passt sie dem aktuellen Bedarf an. Die Person mit dieser Rolle ist sensibel für die Organisationskultur und initiiert Prozesse zur Verbesserung der gelebten Kultur des Miteinanders. Mitgliederbeauftrage bestellen den Boden, auf dem Engagement wachsen kann. Die Personalentwickler:in 3. Amtsträger:innen und interessierte Kandidat:innen Die Leidenschaft der Amtsträger:innen und Interessent:innen variiert in der Regel stark, denn die jeweiligen Ämter haben unterschiedliche Profile, was Anforderungen, Begabungen und Sachkenntnisse anbelangen. Gleichzeitig bringen diese Menschen eigene Kompetenzen, Qualifikationen und Sachverstand mit. Darüber hinaus ist die Bereitschaft für eine persönliche Weiterentwicklung vielfältig ausgeprägt. Die Aufgabe: Das Freiwilligenmanagement in dieser Zielgruppe umfasst drei Dimensionen: Das persönliche Wachstum und die Qualifikation der Menschen innerhalb ihrer Perspektiven und Voraussetzungen, die altersunabhängige Nachwuchsförderung und das organisationale Lernen im Sinne eines Capacity buildings. Für diese am stärksten engagierte Zielgruppe empfehle ich das Rollenprofil einer Personalentwickler:in zu definieren. Dazu gehört der Überblick über das Personal, seine Kompetenzen sowie die Identifizierung seiner kurzfristigen und langfristigen Entwicklung. Darüber hinaus initiiert ein:e Personalentwickler:in Austauschprozesse zwischen Ämtergenerationen und begleitet Übergangsprozesse. Als besondere Fähigkeit im politischen Kontext braucht sie eine gewisse Distanz zur inhaltlichen Auseinandersetzung und ein gesteigertes Interesse an organisationalem Wachstum. Unterstützung im Rollen-Dschungel gefällig? Diese Rollen sind kein Standard und keine Blaupause. Mit ihnen versuche ich, einen spezifischen Zugang zu einem Päckchen von Aufgaben zu geben. Eine übergeordnete Einordnung liefere ich in einem Leitartikel zum Thema „Rollen und Funktionen “. Je nach eurer Situation ist es ggf. sinnvoll, eure Rollenklärung im Rahmen eines Coachings oder eines Workshops vorzunehmen und dabei eure spezifischen Gegebenheiten in den Blick zu nehmen. Sehr gerne unterstütze ich euch bei diesem Prozess. Kontakt FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Rollen im Freiwilligenmanagement Was versteht man unter Freiwilligenmanagement? Freiwilligenmanagement bezeichnet die strukturierte Begleitung, Kommunikation und Qualifizierung von Menschen, die sich freiwillig engagieren. Ziel ist es, Engagement zu fördern, zu koordinieren und langfristig zu sichern. Dabei werden Freiwillige je nach Motivation, Aktivitätsgrad und Funktion unterschiedlich betreut. Welche Zielgruppen gibt es im Freiwilligenmanagement? Der Artikel unterscheidet drei zentrale Zielgruppen: Passive Mitglieder und Sympathisant:innenPersonen, die sich mit der Organisation identifizieren, aber nicht aktiv mitarbeiten. Aktive Mitglieder und gelegentlich AktiveMenschen, die sich regelmäßig oder situativ engagieren. Amtsträger:innen und interessierte Kandidat:innenPersonen mit Verantwortung oder Ambitionen auf Ämter, die gezielt entwickelt werden. Welche Hauptrollen ergeben sich daraus? Aus diesen Zielgruppen leiten sich drei Kernrollen im Freiwilligenmanagement ab: Zielgruppe Rolle Hauptaufgabe Passive Mitglieder & Sympathisant:innen Mitgliederbetreuer:in Beziehungspflege, Information, Feedback einholen Aktive Mitglieder & gelegentlich Aktive Mitgliederbeauftragte:r Struktur- und Kulturentwicklung, Rahmenbedingungen gestalten Amtsträger:innen & Kandidat:innen Personalentwickler:in Qualifizierung, Nachwuchsförderung, Kompetenzentwicklung Warum sind diese Rollen wichtig? Klare Rollen im Freiwilligenmanagement schaffen Struktur, Transparenz und Verantwortlichkeit. Sie helfen, unterschiedliche Bedürfnisse von Freiwilligen gezielt zu adressieren und Engagement langfristig zu sichern. Jede Rolle trägt damit zur Stabilität und Weiterentwicklung der Organisation bei. Alle Artikel aus der Perspektive „Rollen und Funktionen“ Vorstandsarbeit Rollen im Aufgabenbereich Formalia Rollen im Vorstand Rollen in der politischen Willensbildung Rollen in der Öffentlichkeitsarbeit Rollen im Freiwilligenmanagement Artikelserien

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Wahlkampfstand für Freiwillige

Wahlkampfstand für Freiwillige In diesem Blogartikel widme ich mich der faszinierenden Einfachheit des freiwilligen Engagements an Wahlkampfständen und zeige auf, wie man ohne umfassendes Fachwissen effektiv aktiv wird. Am Wahlkampfstand zählen nicht nur fundierte Argumente, sondern vor allem die persönliche Verbundenheit mit den Zielen der Kandidat:in und der Partei. Sie spielt eine entscheidende Rolle beim Gewinnen von Wähler:innen. Diese unkomplizierte Herangehensweise eröffnet vielen Menschen die Möglichkeit, einen wirkungsvollen und leicht zugänglichen Beitrag im Wahlkampf zu leisten. Wahlkampfstand:Keep it simple! Wie eingangs erwähnt, ist für das Engagement am Wahlkampfstand kein umfangreiches Wissen erforderlich, sondern vielmehr eine Verbundenheit mit den Werten und Zielen der Kandidat:in und der Partei. Unsere Primärbotschaften sind der Wahltag, die Kandidat:in und die Partei. Frei nach dem Motto „Keep it simple“ ist es mit diesem einfachen Dreiklang allen Menschen möglich, sich im Wahlkampf zu engagieren. Es geht vor allem darum, Menschen zu ermutigen, an der Wahl teilzunehmen und ihre Stimme zu nutzen. Wahlkampf ist einfach! Wahlkampfstand vs. Infostand: Kommunikation am Wahlkampfstand besser verstehen Um ein klares Verständnis für die Kommunikation am Wahlkampfstand zu erhalten, ist es hilfreich, zunächst den Unterschied zwischen einem Wahlkampfstand und einem Infostand zu verdeutlichen. Zeitdimension: Wahlkampfstände finden in einem festgelegten Zeitraum vor einer Wahl statt und der Wahltag ist der Zielpunkt. Im Gegensatz dazu können Infostände das gesamte Jahr über zu verschiedenen Anlässen stattfinden. Hauptbotschaften: Ein Infostand dient der substantiellen Informationsvermittlung, bei der qualitatives Wissen und Aufklärungsarbeit im Fokus stehen. Um dieses komplexe Kommunikationsziel zu erreichen, bedarf es sowohl einer sorgfältigen medialen Aufbereitung als auch eines dialogischen Settings. Anders ausgedrückt: ausführliche und detaillierte Gespräche sind ein wesentlicher Bestandteil des Infostandes.Dem gegenüber steht die Hauptbotschaft des Wahlkampfstandes, der primär den Wahltag, die Kandidat:in und die Partei in den Fokus stellt und von entsprechenden Werbematerialien begleitet wird. Aufgrund dessen sind die Kontakte am Wahlkampfstand eher von kurzer Dauer. Zielgruppe: Im Wahlkampf zählen alle Passanten zur Zielgruppe, während am Infostand mit Eyecatchern und gezielten Aktionen die Aufmerksamkeit jener erregt wird, die bereits ein gewisses Interesse an der Partei mitbringen. Aufwand: Der Aufwand zeigt sich deutlich unterschiedlich, da ein Infostand von seinen Aktionen und der individuellen Aufbereitung von Informationen lebt. Infostände können liebevoll als einzelne Veranstaltungen oder Serien vorbereitet und durchgeführt werden, während Wahlkampfstände ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Aufwand und Nutzen aufweisen sollten. Wahlkampfstände sind durch Flexibilität und Mobilität gekennzeichnet und sollten möglichst häufig an möglichst vielen verschiedenen Orten stattfinden. Methoden: Methodisch betrachtet zielt der Wahlkampfstand auf ein quantitatives Ergebnis ab, während der Infostand vor allem auf ein qualitatives Ergebnis setzt. Kommunikativ lässt sich aus dieser Betrachtung recht einfach ableiten, dass unsere Kommunikation am Wahlkampfstand viel einfacher und niedrigschwelliger verläuft als an einem Infostand. Wie du dich engagieren kannst: Ansprechpersonen und Kontakt Falls du Interesse hast, dich als Freiwillige:r an Wahlkampfständen zu engagieren, stehen dir verschiedene Wege offen, um aktiv mitzuwirken: Der erste Schritt führt dich in der Regel zu einem Orts- oder Kreisverband. Dort werden die geplanten Aktionen im Rahmen eines Wahlkampfteams koordiniert. Häufig gibt es eine Ansprechperson, die sich speziell um die Unterstützung durch Freiwillige kümmert und alle Informationen zum Ablauf geben kann. Der Informationsaustausch erfolgt meist über Messenger-Gruppen und manchmal via E-Mail. Der klassische Wahlkampfstand Der klassische Wahlkampfstand ist zu einer bestimmten Zeit an einem festgelegten Ort zu finden. Diese Aktionen werden von den Verantwortlichen vor Ort offiziell angemeldet. In der Regel existiert bereits ein Plan, der festlegt, welche Freiwilligen den Stand zu wann betreuen. Häufig sind erfahrene Wahlkämpfer:innen anwesend, die den Freiwilligen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Du bist herzlich eingeladen, spontan vorbeizuschauen und aktiv mitzumachen! Pop-up-Wahlkampf Neben dem klassischen gibt es auch sog. Pop-up-Wahlkampfstände. Hierbei agieren Freiwillige spontan und in der Regel allein oder zu zweit an einer Straßenecke im öffentlichen Raum. Mit minimalem Aufwand kontaktieren sie Passant:innen und informieren über den Wahltag. Meistens tragen sie nur einen Beutel mit Flyern und eine leichte Beachflag mit sich. Da der Material- und Platzbedarf äußerst gering ist, werden Pop-up-Wahlkampfstände in der Regel nicht offiziell angemeldet. Diese Form des Wahlkampfes eignet sich hervorragend für Randzeiten, etwa morgens für eine Stunde in der Nähe eines Bäckers. Wenn du auf diese Weise aktiv werden möchtest, musst du einfach nur mit den Verantwortlichen im Orts- oder Kreisverband absprechen, wie der Zugang zu Flyern und Beachflags geregelt ist, damit du so oft wie möglich mitwirken kannst. Besonders erfolgreich am Wahlkampfstand Um im Wahlkampf bemerkenswerte Erfolge zu erzielen, lohnt es sich, an unterschiedlichen Orten und zu variierenden Zeiten aktiv zu werden. Es ist entscheidend, ein breites Spektrum an Menschen zu erreichen. Vor allem Pop-up-Wahlkampfstände eignen sich hervorragend für dieses Unterfangen. Aufgrund ihres unkomplizierten Aufbaus ermöglichen sie es, mit zahlreichen, kurzen Aktionen viele unterschiedliche Menschen zu erreichen. Beginne früh morgens im Umfeld von Bäckereien und richte dich tagsüber auf Verkehrsknotenpunkte sowie auf stark frequentierte Bürgersteige in der Nähe von bspw. Apotheken aus. Tipp: Einige Freiwillige erhöhen ihre Motivation mit konkreten Zielvorgaben, wie viele Menschen sie ansprechen möchten. Für diejenigen, die ihren Beitrag zum Wahlkampf auf die nächste Stufe heben möchten, bietet sich der Beitritt in das Haustürwahlkampfteam an. Alle Informationen dazu finden sich in diesem Artikel. Das Missverständnis mit den besseren Argumenten Viele Menschen glauben, dass Wahlkampf hauptsächlich aus endlosen Rededuellen und Diskussionen besteht, in denen die überzeugendsten Argumente im Vordergrund stehen. Doch diese weit verbreitete Annahme erweist sich in der Realität oft als unzutreffend. Natürlich sind starke Argumente für politische Parteien von Bedeutung, sie sind die Grundlage für die Gestaltung der Gesellschaft. Dennoch spielen sie im Wahlkampf eine vergleichsweise untergeordnete Rolle. Die Vorstellung, dass Menschen in der kurzen Phase des Wahlkampfs allein durch entsprechende Argumente erreicht werden können, mag zwar ansprechend sein, doch widersprechen zahlreiche Erkenntnisse aus der Sozialforschung und Psychologie dieser Annahme. Letztendlich zeigt sich, dass Rationalität nur in begrenztem Maße das menschliche Entscheidungsverhalten beeinflusst. (vgl. Entscheidungspsychologie) https://www.sprekelmeyer.de/wp-content/uploads/2025/01/WK-Stand-ratio-vs-emotion-.mp4 Weitere Unterstützung gefällig? Coaching oder Workshop für den Wahlkampf anfragen Artikelserien

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